Leipziger BuchMesse 2018 – Ein Drama in vier Akten

Ach Gott, was fällt es mir schwer diesen Bericht zu tippen. Nein, nicht etwa, weil ich euch nicht daran teilhaben lassen möchte, sondern aus drei ganz einfachen Gründen:

  1. ich weiß gar nicht, wie ich all diese Empfindungen in Worte fassen soll,
  2. ich beim Schreiben direkt wieder in meinen Messeblues verfalle, weil ich alles und jeden so vermisse,
  3. ich dann öffentlich zugeben müsste, wie dämlich (ja, wirklich dämlich, fast bescheuert…) ich eigentlich bin.

Jep, dieser Artikel wird für mich kein Zuckerschlecken und ich freue mich jetzt schon auf die Kopf-meets-Tischplatte-Momente, wenn ich all diese Erinnerungen wieder aus dem Zauberhut ziehe, rekapituliere und mich frage, wie man mich und vor allem, wie ich mich jemals ernst nehmen kann. Ihr werdet schon sehen…


Mittwoch, 14.03.2018 – Prolog

Mein Tag begann für mich als bekennender Anti-Frühaufsteher– wie sollte es anders sein?– viel zu früh und ich quälte mich zähneknirschend Richtung fahrbaren Untersatz. Zum Glück war dies mein Auto, denn so sparte ich mir die zeitraubende Prozedur des Schminkens (meine mich liebende Mutter sagt auch immer restaurieren…) und im vollen Zombie-Modus und mit voll gepackten Kofferraum (Ich sagte bereits im Vorfeld „Mein Koffer ist mein Auto“, aber keiner glaubte mir. Selbst schuld.) verließ ich kurz vor sieben meine Wahlheimat. Auf zum ersten Zwischenstopp: auf zu Angie!

Meine Mitfahrerin, die zum Glück nicht minder verpeilt aussah, bereitete sich erstmal in aller Ruhe Frühstück zu, während ich völlig schockiert feststellte, dass wir so gut in der Zeit lagen, dass wir wohl über eine Stunde zu früh ankommen würden. Wie langsam sollte ich denn bitte fahren, um das zu kompensieren? Angie winkte ab und verstand dies als Hinweis sich noch mehr Zeit zu lassen, was mir allerdings so gar nicht in den Kram passte. Also klemmte ich mir ihren Koffer unter den Arm und schob sie zur Tür raus. Tschüß Dortmund, hallo Autobahn und hallo Spotify, du kleiner Schelm mit all deinen lustigen Playlists. Ach ja, und hallo peinliche Insta-Stories, in denen wir schief, aber glücklich mitsangen. Generell verlief die Fahrt sehr angenehm und eh wir uns versahen, passierten wir das Leipziger Ortseingangsschild.

Da wir fast eine Stunde zu früh anreisten und wir unsere Messe-WG noch nicht beziehen konnten, eskalierten Angie und ich erstmal im Kaufland, denn man kann es ganz klar sagen: neben Büchern ist Essen definitiv eine unserer Leidenschaften! Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen, kamen wir dann an der angegebenen Adresse an und suchten uns erstmal nach dem Schlüssel dumm und dämlich. Dass wir den ganzen Mist, den wir ins Auto gestopft hatten nun auch noch in das zweite Obergeschoss wuchten mussten, hatte von uns wohl keiner so richtig bedacht, aber immerhin konnten wir unsere Sporteinheit für den Tag danach auch abhaken. Ja, ok, durchschaut. Als ob wir normalerweise Sport machen würden… Mit Wiebi waren dann auch drei Viertel der Besetzung in Leipzig angekommen und so tingelten wir nach einer Erholungspause in die Stadt, trafen dort eine liebe Freundin aus Studienzeiten von mir, shoppten vorab schon mal ein wenig und stimmten uns dann mit Micky bei einem Cocktail auf das Abenteuer Messe ein.

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oben: ich, Wiebi, Frodi, Angie & Micky, unten links: Angie & ich bei der Abfahrt, unten rechts: Frodi ♥ & ich

Donnerstag, 15.03.2018 – Erster Akt

Voller Elan wachte ich am ersten Messetag sogar noch vor meinem Wecker auf und bereitete mich vor. Alles gepackt und fertig? Na, dann kann es ja los gehen und zu dritt machten wir uns auf dem Weg zur Tram. Kurz nachdem diese losfuhr, erklärte Wiebi uns, dass sie das Gefühl hat, dass sie etwas vergessen hätte. Als ich erwiderte, dass sie dieses Gefühl gestern schon hatte, fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren, denn ich kluges Kind mit seinen dummen Sprüchen hatte meine Brille liegen lassen. Wir also wieder raus aus der Bahn, eine Haltestelle zurückgefahren, ich rannte in die Wohnung, während die anderen samt meinem Rucksack warteten. Wieder sehend starteten wir dann den zweiten Versuch zur Messe zu kommen. Katastrophe Nr. 1 wurde erfolgreich abgewendet!

Doch wer dachte, dass ich kleiner Pechvogel damit für diesen Tag mit Zwischenfällen durch war, täuschte sich enorm. Wir hüpften also fröhlich aus der Tram zur Glashalle und schauten dezent irritiert, als mir klar wurde, dass wir nochmal ins Pressezentrum mussten. Klug wie ich war, hatte ich nämlich den Brief eingepackt, mit dem das Messeticket kam und der freundlich darauf hinwies, dass man sich zuerst im Pressezentrum einfinden sollte. Doch wo war das Ding? Nette Mitarbeiter erklärten uns, dass wir, um zu diesem zu gelangen, praktisch genau dahingehen sollten, wo wir hergekommen waren: direkt gegenüber von der Bahnhaltestelle. Also wanderten wir dorthin zurück, holten uns Bändchen und alles, was dazugehörte, gingen ein drittes mal durch die Taschenkontrolle („Hallo, ich habe weder Stichwaffen, Sprengstoff oder Pfefferspray dabei und Glasflaschen auch nicht. Muss ich den dämlichen Rucksack echt nochmal absetzen?“) und endlich betraten wir die Messe und kamen sogar noch pünktlich zur Lesung von Dennis Frey, die als erstes auf unserem Terminplan stand. Dort stellte ich allerdings fest, dass mein Presseausweis den Weg nicht überlebt hatte und weg war. Klasse. Warum auch nicht. Also rannte ich den kompletten Weg nochmal zurück, doch der Ausweis blieb verschwunden. Auch Wiebi machte sich nochmal auf die Suche, während ich im Pressezentrum anrief und mein Missgeschick schilderte. Gar kein Problem, sagte die nette Frau am Telefon, ich solle nochmal vorbeikommen und kriege dann einen neuen. Glück im Unglück und damit knapp Katastrophe Nr. 2 entgangen.

Allerdings ließ Katastrophe Nr. 3 nicht lange auf sich warten, denn während Angie mit mir durch die Hallen tingelte und damit die Wartezeit bis zu meinem ersten Verlagstermin überbrückte, betete ich, dass ich mein Pech damit erschöpft hätte. Als ich dann 12:30 bei dtv zu meinem Termin erschien, befand sich meine Gesprächsparterin noch im Gespräch– dachte ich! Denn als ich nach ein paar Minuten nachfragte, erklärte sie mir, dass wir den Termin um 12:00 gehabt haben. Ähm… what? Netterweise habe ich dann später noch einen bekommen und stellte mit einem Blick in die Mail auch fest, dass ich nicht lesen kann… „…12:00 bis 12:30…“ stand dort nämlich, doch mit meinem Tunnelblick habe ich natürlich nur die letzte Zeitangabe wahrgenommen und ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie ich sehr ich mich hätte vergraben wollen. Peinlich hoch zehn, sage ich euch! Doch der Termin später lief richtig toll und der dtv Verlag bringt im nächsten halben Jahr so unfassbar viele coole Bücher raus, dass ich das Gefühl bekam nur noch Bücher aus ihrem Programm lesen zu brauchen und damit trotzdem richtig gut bedient wäre.

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Der Termin beim Arena Verlag lief hingegen richtig entspannt und sogar ohne Zwischenfälle– ein kleiner Triumph für mich! Ha! Nimm das, Pechsträhne! Und auch dieser Verlag wird in nächster Zeit so coole Neuerscheinungen in die Läden bringen, dass ich mich schon frage, wo ich die ganze Zeit zum Lesen hernehmen soll. Na gut, das frage ich mich eigentlich immer, aber nach den Termin einfach noch ein wenig mehr.

Den ganzen Tag über habe ich richtig coole Leute getroffen. Nicci reiste irgendwann mit ihrer Buchgang an und auf den Trupp habe ich mich besonders gefreut. Seit ich Nicci auf der FBM kennengelernt habe, bin ich ein großer Fan von ihr, als Bloggerin und als Mensch. Ich zwinkere dir an dieser Stelle noch einmal liebevoll zu, du Puppe! Doch auch Jill, Becca und Sarah zu treffen, war großartig, denn in Frankfurt hatte ich mich nicht getraut Sarah anzusprechen und so war es schön, nachdem man sich über Facebook und Co. ja doch das ein oder andere mal geschrieben hatte, sich auch persönlich zu sehen. Doch den ganzen Tag über sah und traf ich ganz viele Menschen, die man aus den Netzwerken so kennt und mit denen man sich endlich einmal persönlich unterhalten konnte und genau dafür liebe ich die Messen!

o.l.: mit Micky, o.r.: mit Diana, u.l. mit Angie & u.r.: mit Nicci

Zwischenzeitlich kam auch unsere vierte Messe-WG-Bewohnerin an: meine zuckersüße Kat! Zusammen mit ihr machten wir uns dann irgendwann auf den Heimweg, um uns später dann mit Dennis (Frey. Ja, der Autor von Fremder Himmel.) um Abendessen zu treffen. Leider war das Sushi nicht so gut wie gedacht, doch der Abend war trotzdem witzig und trotz aller Pannen konnte ich den ersten Messetag für mich als kleinen Erfolg verbuchen.

Ach, fast vergessen! Angie rettete mir übrigens noch vor dem dtv-Drama den Tag, als sie mir erzählte, dass Jojo Moyes auf der Messe sei. Also ab zum Rowohlt-Stand, ihr neues Buch gekauft, in die Glashalle zum blauen Sofa geflitzt und das wohl schrägste Interview aller Zeiten angesehen. Ich meine, jetzt mal ehrlich, Jojo Moyes ist so süß und klein und zierlich und dann stellen die da eine Übersetzerin hin, bei der sich mir die Zehennägel kräuseln. Wie kann man diese tolle Person mit einem dermaßen grobschlächtigen Dialekt übersetzen? Das war schon fast gruselig! Danach wurde ich aber mit zwei Autogrammen belohnt und als sie gesehen hat, wie ich direkt danach ein Foto mit dem Buch gemacht habe, musste sie bei so viel Fanliebe auch lachen. Hach, das war toll! Sie ist toll! Der Tag war toll!

links: die Queen of Broken Hearts Jojo Moyes, rechts: das Fangirl

Freitag, 16.03.2018 – Zweiter Akt

Freitag ging ich etwas entspannter an– so war zumindest der Plan. Das Wetter zeigte uns mit Regen und Schnee und Schneeregen den Mittelfinger, doch ich ließ mich davon nicht sonderlich beeindrucken, denn ich hatte mir kurz vor der Messe erst eine neue Regenjacke gekauft. Am Bahnhof dann das Umsteigedrama. Die Tram war brechend voll, doch irgendwie schafften wir es zur Messe. Nachdem ich die Signierstunde von Kai Meyer besucht hatte, schlenderten Kat und ich entspannt durch die Manga-Halle und bewunderten Merch, Cosplays und Süßigkeiten. Warte, was? Süßigkeiten! Japanische Süßigkeiten stapelten sich an einem Stand und ich war direkt Feuer und Flamme! Kurzerhand beschlossen wir ein YouTube-Video zu drehen, in dem wir die fremden Köstlichkeiten probieren würden. Also kauften wir einen Haufen asiatischer Snacks ein, auf die wir uns so ziemlich den ganzen Tag freuten!

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Did I hear food?

Außerdem statten wir dem Comic-Verlag Splitter einen Besuch ab, der für mich ein absolutes Tageshighlight wurde. Zum Verständnis: es ist ein tolles Gefühl, wenn man sich irgendwo als Blogger vorstellt und einem gesagt wird, dass man die Seite kennt. Doch Max, der Blogger Rleations-Mensch von Splitter kannte nicht nur meinen Blog. Er wusste direkt, dass Schwarzbuntgestreift meine Seite ist und das war für mich irgendwie ein wenig überwältigend und ich habe mich gefreut wie ein Keks. Ich grinse immer noch total trottelig, wenn ich an diesen Moment denke, haha! Max, falls du das hier liest, sorry für die Hysterie! Außerdem drückte er mir am Ende des Gespräch noch einen Comic, den ich direkt angehimmelt hatte, in die Hand und so zog ich wie auf Wolken laufend mit meiner Ausgabe von „Die Schöne und das Biest“ von dannen… Herzchenregen!

Später am Tag winkte meine Pechsträhne dann nochmal rüber und rief sich damit in Erinnerung. Beim Bloggertreffen von Random House saß ich zunächst mit der unheimlich witzigen Adriana Popescu und Anne Freytag an einem Tisch. Kurz vorher lernte ich auch Nicole und Daniela von Unsere Bücherwelt kennen, mit denen ich ein tolles Gespräch führte. Aufgezogen war das Treffen wie ein Speeddating. Wir hatten also zwanzig Minuten am ersten Tisch und quatschten und lachten und lernten einander ein wenig kennen. Als dann das Zeichen zum Wechsel kam, huschte ich samt Buch, Kamera und Cola-Glas noch schnell zu Anne, um mir ein Autogramm abzuholen, doch während ich mich sortierte, kippte mein Glas in der Hand und Anne sprang nach vorn, um meine Kamera zu retten. Danke danke danke für diese Rettungsaktion und High Five an meine Pechsträhne für diesen peinlichen Moment. Nun bin ich immerhin die, die Anne Freytag (und meine Kamera) mit Cola übergossen hat. Ein Titel, auf den man stolz sein kann…

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Drei Menschen, die ich ab jetzt immer um mich haben möchte: Sanne, Kerstin & Angie

Während wir alle fröhlich über Messe turnten, rastete das Wetter erstmal gekonnt aus. Keine Ahnung, mit welchen Komplexen sich Nevis auseinander setzen musste, aber als wir die Messehallen verließen, wurde Leipzig von einer hübschen Schneeschicht überzogen. Alter, dein Ernst? Frierend und müde und genervt machten wir uns auf den Weg in die Wohnung und beschlossen kollektiv die Abendunterhaltung ausfallen zu lassen, sodass wir Pizza bestellten, es uns zusammen gemütlich machten und Kat und ich nahmen unser Video auf. Mein erstes YouTube-Video und ich glaube, niemand kann so schön wie ein Lama in die Linse grinsen wie ich!

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Ein paar Autoren, die ich getroffen habe: o.l.: Kai Meyer, o.r.: Sebastian Fitzek, u.l.: Laura Kneidl, u.r.: Fanny Bechert

Samstag, 17.03.2018 – Dritter Akt

Ohne Witz. Wer auch immer sich das mit dem Schnee ausgedacht hatte, gehörte erschossen. Leipzig versank im Chaos. Zwanzig Zentimeter Neuschnee und die Sachsen denken sich wahrscheinlich noch, dass da noch was geht, während die Messetouris (einschließlich mir) rumheulen, dass die Bahnen ausfallen und der Räumungsdienst schon im Sommerurlaub ist. Nachdem wir diskutiert hatten, wie wir zur Messe kommen sollten und mein Auto schon fast freigeräumt war, entschieden wir uns doch für die Tram. Ich hatte keine Lust mein Auto bei der Rutschpartie gegen das nächste Straßenschild zu setzen und obwohl die Fahrt länger dauerte als die letzten Tage, kamen wir heile bei der Messe an, wo ich direkt direkt zu Droemer sprintete. Dort wartete nämlich Micky mit einer Ausgabe von „Flugangst 7A“ auf mich, denn Sebastian Fitzek würde signieren! In Begleitung von Becca, Sarah und Jill führte Micky sogar die Schlange an, was ich einfach unglaublich fand. In meinem Eifer ließ Katastrophe Nr. 5 auch nicht lange auf sich warten und– oh Gott, Jill, es tut mir immer noch so unglaublich und ist mir so unfassbar peinlich– so versuchte ich oder eigentlich viel mehr mein Rucksack Jill zu köpfen. Denn als ich unter dem Absperrband hindurch kroch, verhakte sich mein Rucksack an diesem, löste es und es schnappte zurück in die Halterung und zischte dabei haarscharf an Jills Kopf vorbei, als sie sich gerade bückte. Also kommt zu Unpünktlichkeit, Trotteligkeit und Ungeschick auch noch Mord dazu. Klar, warum auch nicht? Ohman, es tut mir so unfassbar leid!

Schlussendlich überlebten dann aber doch alle und gerade als Sarah uns erklärte, dass sie zehn Minuten vor Beginn der Signierstunde aufstehen würde, damit sie nicht wegen eingeschlafenen Beinen umkippen würde, tauchte der Herr Autor hinter ihr auf und alles brach in Hektik aus. Wir sprangen auf, suchten unser Zeug zusammen und versuchten nebenbei dabei nicht wie aufgescheuchte Hühner zu wirken. Klappte nur semi-gut, aber letztendlich wurden wir mit Einzel- und Gruppenfotos und signierten Büchern vom Thriller-King belohnt und ich war glücklich wie selten zuvor, wo ich ihm doch bereits seit drei Messen nachlief und ihn immer verpasste.

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oben: ich mit Nicci, Becca, Diana, Sarah und ihrem Mann Nino, unten: ich mit Micky, Sarah, Sebastian Fitzek & Becca

Zusammen mit Micky zog ich dann zu Halle 2, wo am Drachenmond-Stand wie auch bei der FBM das Lager errichtet wurde. Dort traf man alle Nase lang tolle Menschen und konnte sich ein paar Minuten entspannen und zu meiner Überraschung traf ich dort auch auf Laura Kneidl, deren Buch „Berühre mich. Nicht.“ ja mein absolutes Januar-Highlight war. Ein kleiner Fangirl-Moment für mich! Nach einer kurzen Stärkung ging es für mich dann noch einmal in die Comic- und Manga-Halle, um dort Nicci, Becca und Sarah zu treffen und mit ihnen dem Splitter-Verlag nochmal einen Besuch abzustatten. Der verließ auch richtig gut und zu meiner Überraschung und Freude wurden wir alle noch mit dem Comic „Grün“ ausgestattet, dessen Autorin und Illustratiorin Frauke Berger in dem Moment auch am Stand signierte. Nun habe ich also nicht nur ein Autogramm, sondern auch noch eine kleine Zeichnung meines Hundes, was ich richtig cool finde. Vielen Dank dafür nochmal an den Verlag und auch an die Autorin!

Dann ging es für mich auch schon zum nächsten Termin, wo ich auch Webi wiedertraf. Das Bloggertreffen des acabus Verlag war dieses mal richtig gut. Während man auf der Frankfurter Buchmesse noch spürte, dass der Verlag mit solchen Terminen noch nicht so viel Erfahrung hatte, wirkte das Ganze in Leipzig schon wesentlich souveräner und machte richtig Spaß! Die drei teilnehmenden Autoren Carl Wilckens, Gabriele Albers und Michael Vietens stellten ihre Bücher vor und luden dann zu Gesprächen und Diskussionen ein. Das Buch von Gabriele Albers „Nordland. Hamburg 2059“ war auch in meiner Goodie-Tüte enthalten. Nach ihrer Lesung und dem Buchtrailer hatte ich so richtig Lust auf das Buch bekommen und freute mich über meine Wahl.

Zusammen mit Sophia und Ava Reed

Vom Bloggertreffen aus, begaben Wiebi und ich uns dann auch zu unserem letzten Termin. Die Superhelden-Party vom dtv Verlag stand an und hier hatten sich viele bekannte Gesichter versammelt, über die ich mich sehr freute. Die Party selbst war für mich allerdings leider eine Enttäuschung. Zwar sendete Wonder Woman-Autorin Leigh Bardugo einen Gruß, doch nach einer Lesung aus dem ersten Kapitel folgte eine lange Pause. Zwar nutze ich diese, um mit Nicci an der Fotowand herumzualbern, mit den anderen zu quatschen und Kuchen zu essen, doch leider zog sich das Ganze ewig hin, sodass ich die Party dann vorzeitig verließ, dem Sternensand Verlag noch einen Buch abstatte und Fanny Bechert endlich mal Hallo sagte. Und während die anderen schon Aufbruchsstimmung verbreiteten, stoppten Angie und ich noch einmal beim Stand des Amrûm-Verlags, denn dort entdeckte ich meine neue große Leseliebe Kim Leopold. Gott, diese Frau schreibt nicht nur wahnsinnig gut, sondern ist auch noch furchtbar lieb und herzlich. Glücklich und zufrieden verließen wir die Messe dann und begaben uns durch das Schneechaos zurück zur Wohnung.

Bei der Superheldenparty mit tollen Leuten ♥

Den Abend wollten wir auf der Drachennacht ausklingen lassen. Trotz Schnee machten wir uns dann dorthin auf den Weg, ließen aber das Programm ausfallen, um uns einiges an Zeitdruck zu ersparen. Auch so war der Abend unheimlich schön, denn der lockere und entspannte Aufbau des Abends bot die Möglichkeit mit den anwesenden Autoren ins Gespräch zu kommen und fernab des Messe-Stress ein wenig die Zeit zusammen zu genießen. Zum Schluss schwangen Angie und ich dann mit Anne-Marie Jungwirth, Laura Labas und einigen anderen noch das Tanzbein und es war vor allem schön dort endlich mal Simon und seinen Freund zu treffen. Nach all den Whatsapp-Gesprächen wurde das auch langsam mal Zeit. Simons Freund Phil fiel ich dann auch fast zu Füßen, als er sich anbot uns dann auch zurück in unsere Unterkunft zu fahren. So endete dann auch der Messesamstag später als gedacht, aber richtig, richtig gut!

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Mit wem rettest du die Welt? Tja, mit uns ist sie auf jeden Fall verloren, aber wir gehen halt lachend unter. ♥

Sonntag, 18.03.2018 – Vierter Akt

Sonntagmorgen beschlossen Angie und ich, dass die Leipziger Buchmesse für uns beendet war. Ich rechnete durch das sächsische Schneechaos mit einer verlängerten Fahrtzeit und hatte keine Lust mich vorher noch mit einem Haufen Menschen durch die Messehallen zu schieben. So konnten wir ganz entspannt die Wohnung räumen, das Auto beladen und schlussendlich erhielten wir noch Zuwachs in unserer Runde. Der lieben Lisa hatte ich im Angesicht des Wetters und dem daraus resultierenden Verkehrsdramas angeboten sie am Sonntag mit zurück nach Hause zu nehmen. Tatsächlich fiel ihre Bahn dann auch aus, wir sammelten sie am Hauptbahnhof ein und machten uns auf den Heimweg.

Die Fahrt war super lustig, wobei Angie von der ersten Hälfte wahrscheinlich nicht viel mitbekommen hat. Unser kleiner Koffeinzombie hatte nämlich keinen Morgenkaffee und war dementsprechend müde und praktisch nicht ansprechbar. Kennt ihr noch das Pokémon Flegmon, das so furchtbar stark verzögert reagiert? So in etwa, vielleicht noch ein wenig schlimmer müsst ihr euch Angie vorstellen, haha. Gegen Mittag gab es aber endlich Erlösung für sie und auch etwas zu essen. Der obligatorische McDonalds-Besuch stand an und nachdem Angie den halben Laden zusammengebrüllt hat (Angie: „Rika, hast du den Coupon?“, ich halte daraufhin das Handy hoch, Mccs-Mitarbeiter zu Angie: „Ich nehme an, das war ihr Handy?“, Antwort Angie: „Öh, ja klar!“) tourten wir satt und zufrieden und weiterhin bester Laune über Dortmund, wo wir erst Angie aus dem Auto schubsten, nach Essen, wo ich Lisa absetzte bis nach Hause, wo mich mein Freund und mein Hundekind in Empfang nahmen.

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Auf Wiedersehen, Leipzig. Nächstes mal vielleicht doch nicht nur Sneaker zur Messe einpacken…

Epilog

Ich liebe Buchmessen und gleichzeitig treiben sie mich in den Wahnsinn. Was habe ich im Vorfeld an Energie in die Organisation gesteckt, nur um dann Donnerstagabend zu beschließen, dass mir das alles zu viel ist! Lesungen, Signierstunden– fast alles aus meiner Planung außerhalb von Bloggertreffen und Verlagsterminen habe ich abgesagt und bin nun wieder etwas Schlauer und kann das für die Frankfurter Buchmesse beherzigen.

Das Schönste an den Buchmessen ist es allerdings andere buchbegeisterte Menschen zu treffen und da nehmen tolle Menschen, die ich durch das Bloggen kennengelernt habe einen nicht unerheblichen Teil von ein. Ich wünschte, ich könnte jedem die Zeit schenken, die er verdient hat, doch leider geht das nicht immer und es tut mir furchtbar leid und ich ärgere mich oft, dass ich einige von euch nur so kurz gesehen habe. Doch ich habe mich über all diese Begegnungen wahnsinnig gefreut und bin glücklich so viele, die man bisher nur über das Internet kannte, nun auch persönlich gesehen zu haben. ♥


Mein Messeblues hielt dieses mal sogar noch länger als nach der FBM an und daher brauchte dieser Artikel etwas länger, aber ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in mein Messe-Chaos bieten und ihr hattet Spaß daran.

Also dann, bis zum nächsten Event-Bericht!

Signatur 2

13 Kommentare zu „Leipziger BuchMesse 2018 – Ein Drama in vier Akten

  1. Liebster Messebuddy,

    es war mir ein Fest! Ein toller Messebericht, auch wenn ich fast alles miterlebt oder schon gehört habe, sind die Erinnerungen dran viel zu schön um wahr zu sein!

    …ich weiß nur noch nicht, ob mir der Flegmon-Vergleich gefällt. 😂😂😂

    Ich hoffe die nächste gemeinsame Buchmesse kommt bald!

    Liebste Grüße,

    Dein Koffeeinzombie ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Liebster anderer Messebuddy,

      du hast recht, es war toll! Ich habe es furchtbar genossen und hoffe, dass Frankfurt klappt! ♥
      Haha, doch doch, der gefällt dir. 😀

      Ich drück dich/dir einen Kaffee in die Hand ♥

      Gefällt mir

  2. Hach, als ich deinen Bericht gelesen habe, habe ich auch gleich wieder Messeblues bekommen… wieso geht die Messe immer nur so schnell vorbei? Aber nach der Messe ist ja vor der Messe und Frankfurt ist ja „schon“ im Oktober.
    Liebe Grüsse Vera

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Jill,
      ich bin so froh, dass du meine Schusseligkeit überlebt und überwunden hast. Ich trachte dir wirklich nicht nach dem Leben. Wirklich wirklich!

      Ich drück dich! ♥
      Rika

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  3. Liebe Rika,
    was für ein wundervoller Bericht! ❤
    Es war so so so schön, dich endlich zu sehen.
    Besonders die Momente auf der Superhelden-Party waren obercool.
    "Mit wem rettest du die Welt? Tja, mit uns ist sie auf jeden Fall verloren, aber wir gehen halt lachend unter. ♥" – wie recht du hast!

    Ich zwinkere dir liebevoll zu 😉

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Gefällt 1 Person

      1. Ich hab in den Tiefen meines Schrankes eine weiße Bluse gefunden, hab mir über Wish ’ne Krawatte bestellt und den Cardigan von EMP hab ich ja auch. Ich bin also so semi-professionell ausgestattet und werde das wahrscheinlich einfach zur Jeans oder so kombinieren. 🙂
        Ich freu mich so drauf! ♥

        Gefällt 1 Person

  4. Liebe Rika,

    ein ganz wundervoller Messebericht! Ich habe mich königlich amüsiert beim Lesen. 😀 Du schreibst wirklich toll und scheinst meinen Humor zu teilen.
    Jetzt ärgere ich mich sogar noch ein bisschen mehr, dass ich dich auf der Messe nicht angesprochen habe. Du standest nämlich (ich glaube es war Freitag) vor uns in der Schlange bei der Pressegarderobe im Keller. Völlig erschöpft, leicht angenervt und mit einem ziemlich krass rotem Striemen an der Schuter (vermutlich von deiner Tasche/Rucksack). Ich hatte den Eindruck, du könntest es gerade nicht gebrauchen, dass dich jemand von der Seite anquatscht, den du nur ein klitzeminiwinzigkleines Bisschen aus dem Internet kennst. 😉

    Sollte ich dich auf der nächsten Messe wieder entdecken, nehme ich einfach keine Rücksicht und quatsche dich an. hihi Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass es ziemlich witzig ist, dich auch mal in live zu erleben. 😀

    Liebe Grüße
    Miri

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Miri,

      vielen Dank und ich freue mich so, wenn ich euch damit zum Schmunzeln bringe! 🙂
      Oh nein, nächstes mal musst du mich unbedingt anspringen, bitte! Der Freitag war auf der Messe so anstrengend und ich wollte abends nur noch die Füße hochlegen, aber ich freue mich immer so sehr, wenn ich so tolle Leute treffe, also lass dich nächstes mal nicht davon abbringen, ja? 😀
      Bist du denn in Frankfurt auch dabei? 🙂

      Liebst,
      Rika

      Gefällt mir

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