[Rezension] Tina Köpke: League of Fairy Tales– Die letzte Erzählerin

Es wurde nun auch langsam mal Zeit, dass ich meinen ersten Diamanten lese! Carlsen Impress ist mir ja schon längst bekannt, aber die Schatztruhe von Dark Diamonds wurde für mich gerade erst geöffnet. Ob mein erstes eBook des Verlags auch ein richtiger Schatz ist, könnt ihr hier nachlesen!

Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmal bei Tina und Dark Diamonds für das Rezensionsexemplar bedanken. Damit sage ich es laut und deutlich: Der Beitrag kann Spuren von Werbung enthalten.


Klappentext:

**Was, wenn all die Märchen nicht nur Geschichten wären?**
Schon ihr halbes Leben verbirgt die Kellnerin Peyton ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten vor der Außenwelt. Aufgewachsen in einer miserablen Pflegefamilie gibt es nur einen Menschen, dem sie wirklich vertraut: ihren besten Freund Rufus. Bis sie während einer Schicht im Diner dem mysteriösen Eli begegnet, der Antworten auf Fragen zu kennen scheint, die sie bisher nie zu stellen wagte. Von ihm erfährt Peyton, dass sie eine Nachfahrin der Brüder Grimm ist, dazu geboren, Wesen aus Märchen und Legenden aufzuspüren, die ihren Weg von der Anderswelt in die Menschenwelt gefunden haben. Doch als letzte überlebende Erzählerin wartet auf sie noch eine viel größere Aufgabe…

Kein typisches Märchen! In einem außergewöhnlichen Setting stellt sich die starke und mutige Heldin Peyton gefährlichen Märchenwesen, um die zu retten, die sie liebt. Von der wunderbaren Autorin Tina Köpke, der Gewinnerin des Indie Autor Community Preises 2017. 

//Dies ist ein Roman aus dem Carlsen-Imprint Dark Diamonds. Jeder Roman ein Juwel.//

Details:

* Dark Diamonds * 366 Seiten * eBook * 3,99 € * Erschienen am 25.01.2018 *


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Als die liebe Tina nach Vorablesern für ihr neues Buchbaby suchte, war ich direkt Feuer und Flamme. Schon allein der Titel schrie förmlich nach mir und ich wollte es direkt lesen. Ich erhoffe mir eine etwas andere Märchenadaption und genau die bekam ich auch.

Fangen wir mit den positiven Dingen. Vor allem möchte ich den Schreibstil der Autorin hervorheben. Tinas Art die Dinge zu erzählen und zu beschreiben, hat mich direkt für sich eingenommen und so flogen die Seiten nur so dahin. Auch für Rufus, der Sidekick der Protagonistin, konnte ich mich direkt erwärmen und mochte ihn von Anfang an.

Doch ganz besonders mochte ich die Szenen in der Anderswelt. Ich möchte nicht spoilern, daher werde ich euch nicht verraten, welche Märchenfiguren einen Auftritt haben und das Ganze ein bisschen umschreiben. Der erste Ausflug, den Peyton mit Rufus in die Anderswelt unternimmt, fand ich besonders gelungen. Das Märchen, die Figuren, die Andeutungen– es ist definitv mein Lieblingskapitel im ganzen Buch. Eve ist einfach nur wundervoll und ich würde so gern ein komplettes Buch über sie lesen! Tina, du kennst deine neue Mission!

Nun aber zu meinen Kritikpunkten. Die Protagonistin Peyton konnte ich nicht sofort in mein Herz schließen. Das mutige, freche Mädchen ging mir mit ihrer teils vorlauten, teils begriffsstutzigen Art wirklich auf den Zeiger. Generell sind die Charaktere leider recht eindimensional und obwohl man immer mal wieder Ausblicke in ihre Vergangenheit bekommt, fehlt mir einfach die Tiefe. Auch Eli bleibt für mich eher farblos. Daran ändern auch die Perspektivwechsel nichts, denn ab und an kommen in kürzeren Abschnitten auch Rufus und Eli selbst zu Wort.

Viele Momente der Geschichte waren mir außerdem zu vorhersehbar. Schon nach wenigen Kapiteln konnte ich mir das Ende herleiten und behielt damit auch zum größten Teil recht. Das fand ich unheimlich schade, denn die Geschichte hätte so viel mehr hergeben können, als der Leser letztendlich bekommt. Hier gab es viel Potential zu mehr. Auch das Anbändeln zwischen einzelnen Charakteren konnte man nach nur ein paar Seiten vorhersagen und wirkte mir einfach zu konstruiert. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr.

Und dann das Ende. Ich war erschrocken. Mein Kindle sagte mir, dass ich noch fast fünfzehn Minuten zu lesen hätte, aber diese bestanden nur noch aus Werbung und Leseproben! Mir blieb nichts weiter als meinen eReader ungläubig anzustarren. Während die ganze Story ein wirklich angenehmes Tempo vorlegt, man gut mitkommt und sich auf einen großartigen Showdown freut, war das ganze mit einem Fingerschnippen vorbei und man landete im Epilog, der mich mit noch mehr Fragezeichen zurückließ und zwar vor allem mit „Wie? Das war’s jetzt?!“. Leider landet das Buch damit in der Kategorie Mittelding und konnte mich leider nur mäßig begeistern.


Leider war mein erstes Dark Diamond-Buch kein wahres Schmuckstück. Habt ihr vielleicht andere Empfehlungen aus diesem Verlag?

Signatur 2

7 Kommentare zu „[Rezension] Tina Köpke: League of Fairy Tales– Die letzte Erzählerin

  1. Liebe Rika,
    eine wirklich tolle & ehrliche Rezension!
    Ich werde das Buch wohl eher nicht lesen.
    Leider hatte ich dieses Mittelding-Gefühl schon bei mehreren eBooks aus dem Bereich.
    Empfehlen kann ich dir Without Worlds von Kerstin Ruhkieck, was aber auch recht offen endet, aber es ist halt eine Dystopie.

    Liebe Grüße,
    Nicci ❤

    Gefällt 1 Person

  2. Guten Morgen!

    Ich bin ganz deiner Meinung – soooooooo viel Potential! Ich fand es total schade, dass das Buch so plötzlich vorbei war. Außerdem wäre meine Frage: und jetzt? Wie geht es weiter? Wird alles wieder gut?

    Liebste Grüße,
    Wiebi

    Gefällt 1 Person

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