[Rezension] Laura Kneidl: Berühre mich. Nicht.

Ich habe Herzklopfen. Stumm starre ich an meine weiße Decke und versuche mich irgendwie zu beruhigen. Es hilft nichts, ich muss mit irgendjemanden über das reden, was ich gerade gelesen habe. Ich muss diese Gedanken irgendwie ordnen. Mein Herz liegt zertrümmert in einer Ecke und dennoch lächle ich und dann blinzle ich wieder Tränen fort und dann…


Klappentext:

Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte. Doch dann traf sie ihn …

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint, und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen…

Details:

* LYX * 458 Seiten * Broschiert * 12,90 € * Erschienen am 26.10.2017 *


Ich kann immer noch nicht glauben, was ich da gerade gelesen habe. Was für ein Buch und es war einfach so unerwartet! Nie im Leben hätte ich mit dem gerechnet, was Laura Kneidl mir damit geboten hat und ich hassliebe es und bin so unfassbar dankbar für diese Geschichte und diese Charaktere!

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Fangen wir mal mit eben diesen Charakteren an. Die Protagonistin Sage hat mit einer ziemlich ausgeprägten Angststörung zu kämpfen. Doch statt sich immer wieder in eine Ecke zu verkrümeln und dort vor sich hinzuleiden, packt sie ihre Probleme eins nach dem anderen an und zeigt Stärke und Mut und kämpft. Obwohl sie irgendwie so zerbrechlich wirkt, beißt sie sich durch. Ich bin von ihr so nachhaltig beeindruckt, dass ich Tage später immer noch über sie und ihre Geschichte nachdenken muss.

Generell hat Laura es geschafft unglaublich tolle und tiefgründige Charaktere zu kreieren. Schubladendenken adé, denn hier ist niemand so, wie man es auf den ersten Blick vermuten würde! Fernab von genretypischen Bad Boys und grauen Mäuschen, die hier und da mal über einander herfallen und eine völlig konstruierte Liebe zueinander entwickeln, geht es hier um so viel mehr, dass man es auf den ersten Blick gar nicht richtig erfassen kann. Ich bin überwältigt!

Auch das sensible Thema Angststörungen wird hier so gefühlvoll und realistisch bearbeitet, dass es mir eine Gänsehaut beschert. Das Feingefühl, das die Autorin an den Tag legt und die Vielschichtigkeit der Personen ist grandios. Ich komme aus dem Schwärmen einfach nicht heraus. Ich liebe Luca. Ich liebe Sage. Ich liebe April und Megan und ich empfinde eine tiefe Abneigung gegen all die Figuren, die ihnen weh getan haben. Ich möchte in dieses Buch kriechen und ein Teil dieser Gruppe sein, ein Teil dieser Freunde.

Wie ihr vielleicht wisst, habe ich dieses Buch mit ein paar Mädels in einer Leserunde gelesen. Einige waren schon viel früher fertig, weil sie sich gar nicht an die Abschnitte halten konnten, so gut ist es! Und als ich es beendet habe, wusste ich nicht wohin mit mir. Ich habe erst mit den Mädels aus der Lesegruppe diskutiert, was da geschehen ist und spekuliert, was im nächsten Teil passieren könnte und dann bin ich mit Nicci noch völlig ausgeartet. Ich tigerte ruhelos durch die Wohnung, weil mir so viel durch den Kopf ging, was ich nicht in Worte fassen konnte und es war einfach nur ein totaler Overload an Gefühlen und Gedanken. Auch das viel kritisierte Ende wurde von uns auseinander genommen und auch wir kamen nicht auf einen Nenner, aber dazu möchte ich gar nicht so viel sagen. Ich höre aber sehr gern eure Meinungen dazu!

Dieses Buch schreit einfach danach ein Highlight zu sein! Ich kann es kaum erwarten den zweiten Band „Verliere mich. Nicht.“ in die Finger zu bekommen und zu erfahren, wie es weitergeht. Laura, vielen Dank für dieses fantastische Leseerlebnis, das noch so lange in mir nachhallt und mich gar nicht loslassen möchte. Es ist überragend!


Wer hat sich mit diesem gefühlvollen Buch denn auch bereits vergnügen dürfen und fandet ihr es auch so großartig?

Signatur 2

9 Kommentare zu „[Rezension] Laura Kneidl: Berühre mich. Nicht.

  1. Huhu liebste Rika,

    ihr schwärmt immer alle so von diesem Buch und doch bin ich mir absolut nicht sicher, ob es auch etwas für mich ist. Vielleicht kann ich mich ja irgendwann mal durchringen.

    Liebe Grüße, Kerstin

    Gefällt 1 Person

    1. Meine liebe Kerstin,

      das kann ich dir ganz schwer beantworten. Ich hatte nach diesem Buch mit mir auch arg zu kämpfen, deshalb kann ich ganz klar sagen: Es ist nicht für jeden etwas und mir fehlt auch irgendwie die Triggerwarnung. Schwere Thematik, um sich mal eben so damit aus einander setzen zu können.
      Und wenn du es nicht liest, ist es auch nicht schlimm. Es gibt noch so viele andere gute Bücher. 🙂

      Liebst,
      Rika

      Gefällt mir

  2. Hey,
    Ich habe jetzt nur die letzten Zeilen gelesen, weil ich das Buch auch demnächst lesen möchte und ich so viel Gutes darüber höre. Ich bin sehr gespannt darauf! Aber ich werde sicher auch sehr emotional darauf reagieren, so wie viele 😉

    LG Ümi

    Gefällt 1 Person

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