Anne-Marie Jungwirth: Superior- Die dunkle Seite der Gaben

Amelia ist schön, hat Köpfchen und gehört zur gesellschaftlichen Elite. Sie ist eine Superia, Teil der Superior Human Society (kurz SHS) und genießt all die Privilegien, die eine Mitgliedschaft mit sich bringt, ohne die Nachteile erdulden zu müssen. Denn ihre Gabe ist uninteressant für die Gesellschaft der Superior und ist es nicht wert weitervererbt zu werden. Doch Amelia hat etwas in sich, von dem sie selbst noch nichts weiß, das ihr das Leben voller Annehmlichkeiten immens erschweren könnte und plötzlich ist nicht nur die SHS an ihr interessiert…


Klappentext:

Ein privilegiertes Leben und schier unbegrenzte Möglichkeiten – das bietet die Superior Human Society ihren Mitgliedern. Zumindest denen, die es wert sind …
„Du bist eine Superia, aber deine Gaben sind minderwertig.“
Unzählige Male hat die 20-jährige Amelia diesen Satz schon gehört. Und jedes Mal war sie froh darüber.
Sie wollte nicht dazugehören.
Sie wollte nicht die Pflichten.
Sie wollte nicht, dass man ihr vorschrieb, mit wem sie sich paaren sollte.
Doch was Amelia will, ist für eine Andere bestimmt. Und was man von ihr will, ist schlimmer als eine Zwangsheirat.

Details:

* Drachenmond * 344 Seiten * Taschenbuch * 14,90 € * Erschienen am 08.07.2017 *


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Superior- Die dunkle Seite der Gaben ist die zweite Dystopie aus dem Drachenmond Verlag, die mir zwischen die Finger kam. Auf dem Sommerfest im Drachennest habe ich Anne-Marie kennenlernen dürfen und für mich war sofort klar, dass ich dieses Buch in meinem Regal brauche. Eine gute Entscheidung, denn Superior bereitete mir einige großartige Lesestunden!

Bevor ich etwas zum Inhalt sage, muss ich Anne-Maries tollen Schreibstil loben. Sie beschreibt Situationen und Umgebungen wirklich großartig, lässt dem Leser aber genug Raum für seine eigene Fantasie und entführt ihn dadurch wirklich an andere Orte. Beim Lesen konnte ich so alles um mich herum vergessen und es viel mir leicht Zugang zu der Geschichte von Amelia zu finden und darin zu versinken.

Die Grundidee des Buches ist für eine Dystopie an sich nichts Neues. Die Superior Human Society besteht aus Menschen, die genetisch und dank spezieller Fähigkeiten über der normalen Bevölkerung stehen und somit die herrschende Klasse bilden. In Superior ist das ganze Setting allerdings so realistisch aufgebaut, dass es ohne Probleme in die heutige Gesellschaft übertragen werden könnte– und zwar wirklich von heute auf morgen und wahrscheinlich auch ohne, dass es Otto-Normal-Verbraucher mitbekommen würde, wenn die richtigen Leute es nicht wollen würden.

Mit der Protagonistin Amelia musste ich mich erst ein bisschen anfreunden. Sie ist ein absolutes Partygirl und zieht ihr Ding praktisch ohne Rücksicht auf Verluste durch. Sie trinkt am laufenden Band, denkt nur darüber nach, wo sie denn am kommenden Abend feiern könnte und nimmt so ziemlich alles auf die leichte Schulter. Diese Laissez-faire-Einstellung fand ich zu Beginn etwas anstregend, aber ich konnte mich im Verlauf der Geschichte immer mehr mit ihr identifizieren und mich dadurch besser in sie hineinfühlen, denn sie macht für meine Begriffe eine enorme Entwicklung durch.

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Doch auch die anderen Charaktere konnten mein Leserherz erobern und vor allem Nathan hatte es mir sehr angetan. Besonders erfrischend fand ich, dass alle Charaktere trotz ihres VIP-Status auch Ecken und Kanten haben und nicht so geschliffen perfekt sind, wie es ihre Zugehörigkeit zur SHS vermuten lassen würde. Vor allem der Punkt, dass die Gaben, mit denen die Superior gesegnet sind, durchaus auch negative Aspekte mit sich bringen können, fand ich sehr spannend. Natürlich denkt man sich im ersten Moment „Oh, das würde ich auch gern können!“, aber man merkt schnell, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt und es durchaus auch Nachteile mit sich bringen kann, wenn man eine der Gaben hat.

Doch nicht nur die Figuren sind vielschichtig, sondern auch die Geschichte selbst. Es gibt nicht den einen Bösewicht, vor dem man sich fürchten sollte. Die Vertrauensfrage steht während der ganzen Story immer wieder im Mittelpunkt– wer ist Freund und wer ist Feind?– und so gibt es einige Wendungen, die ich im Vorfeld nicht habe kommen sehen und die die Spannung vor allem ab dem zweiten Drittel bis zum Ende hoch hielten. Man muss dann einfach weiterlesen!

Was ich mittlerweile nicht mehr ganz so gern mag, ist der Perspektivwechsel zwischen den Figuren. So gibt es Kapitel aus der Sicht von Amelia und Nathan, aber auch noch einer dritten Person, auf die ich nicht weiter eingehen möchte. Aktuell bin ich von diesen Sprüngen ein bisschen genervt, aber davon braucht ihr euch ja nicht beeinflussen lassen, denn nur weil das für mich gerade ein negativer Punkt ist, heißt das nicht, dass es euch deshalb nicht gefallen könnte!


Zusammenfassend bekommt Superior- Die dunkle Seite der Gaben von mir auf jeden Fall das Prädikat „Lesetipp!“. Das Buch glänzt durch den hervorragenden Schreibstil der Autorin und tollen Charakteren und ist für jeden Dystopie-Fan und solche, die es noch werden wollen, wirklich zu empfehlen!

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6 Kommentare zu “Anne-Marie Jungwirth: Superior- Die dunkle Seite der Gaben

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