Caroline Brinkmann: Die Perfekten

Großartige Frauen schreiben großartige Bücher mit großartigen Protagonisten und großartigen Sidekicks. Während ich also überlege, wie ich an eine Fuchsmanguste komme, dürft ihr eine ausführlichere Erkärung für all diese Großartigkeit lesen.


Klappentext:

„Ich bin Rain. Der Regen. Der Neuanfang.“

Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, ein Leben im Verborgenen zu führen, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!

Details:

* One (Bastei Lübbe) * 608 Seiten * Hardcover * 18,00 € * Erschienen am 25.08.2017 *


Könntest du dir vorstellen ein Leben als Außenseiter zu führen? Du darfst niemanden trauen. Du darfst noch nicht einmal von anderen gesehen werden. Täglich bewegst du dich zwischen den Schatten, um deinen Häschern zu entgehen; ein Leben auf der Flucht, das du dir gar nicht ausgesucht hast.

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Genau so ein Leben führt Rain, denn sie ist ein sogenannter Ghost. Für die Gesellschaft existriert sie gar nicht, da sie nicht registriert, nicht im System erfasst und somit illegal ist. Denn im Land Hope wird man anhand einer Tätowierung am Handgelenk identifiziert und klassifiziert, denn hier sind deine Gene alles! Sie bestimmen, was du wert bist. Sie bestimmen, welchen Beruf du ergreifen darfst und sie bestimmen deine Lebensqualität. Während eine Drei, die meist krank und mit Makeln behaftet sind, nur niedere Arbeiten erledigen dürfen, kann eine Eins auf ein Leben in Zufriedenheit, Wohlstand und Erfolg hoffen. Und dann gibt es da noch die Gesegneten; die, die über allen anderen stehen. Genetisch völlig fehlerfrei und perfekt sind sie die Herrschenden in Hope. Doch sind sie wirklich so unanstastbar und unerreichbar, wie es auf den ersten Blick scheint?

Was mich auf jeden Fall auf den ersten Blick überzeugen konnte, war das Cover. Ich mag den stechenden Blick aus den grünen Augen, den Kontrast zu der pinken Schrift und die düstere Stimmung, die mich erfasst, wenn ich es ansehe. So bin ich schon perfekt gewappnet für die Reise nach Grey, den Bezirk, in dem Rain mit ihrer Mutter Storm lebt. Besonders toll finde ich ja das Lesebändchen. Mit solchen Details kriegt man mich ja, bevor ich auch nur ein Wort gelesen habe! Ich liebe Lesebändchen einfach total und somit halten wir fest: die Verpackung stimmt, aber was ist mit dem Inhalt?

Die Protagonistin Rain war mir vom ersten Satz an sympathisch. Sie ist eine Kämpferin, schlägt sich durch und sehnt sich dabei dennoch nach mehr. Sie hat das Leben als Außenseiterin satt, wünscht sich Kontakt zu anderen Menschen und weiß doch, dass es sie und ihre Mutter das Leben kosten könnte. Aber dann trifft sie auf Lark und seine Schwester Rose; Normalität scheint plötzlich zum Greifen nah, bis Rain auf einmal fast alles verliert, das ihr wichtig ist.

Doch ganz allein sind Storm und ihre Tochter trotzdem nicht, denn eine kleine, gefräßige und äußerst launische Fuchsmanguste ist praktisch ständig an Rains Seite: Pi. Ich war sofort verliebt in den niedlichen Schlingel und konnte gar nicht genug bekommen von dieser kleinen Kratzbürste! Generell hat Caroline ein Händchen dafür ihren Charakteren Tiefgang zu verleihen und ihnen Leben einzuhauchen.

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Dazu trug natürlich auch der Schreibstil der Autorin bei. Ihre bildliche Sprache gab mir das Gefühl selbst in Grey zu sein, den Smog in den Lungen zu haben, den Ruß auf meiner Haut zu spüren, der sich wie eine Maske darüberlegte. Ich ging beim Lesen völlig in dem Buch auf und war wie gefesselt, denn zwischen all dem Rauch und Smog von Grey ließ Caroline immer wieder ihren Humor durchblitzen und brachte mich so auch das ein oder andere mal zum Schmunzeln. Liebe Grüße an dieser Stelle an diesen komischen Herr Weihnachtsmann, der Zimt so gern mag.

Auch die Handlung ließ bei mir keine Wünsche offen. Natürlich ist man bei einer Dystopie irgendwie eingeschränkt, um dem Genre gerecht zu werden. Dennoch wurden immer wieder neue, großartige Aspekte eingebracht, die mich staunen ließen und teils wirklich unerwartet kamen und ich würde euch so gern so vieles erzählen, das ich richtig toll fand, aber ich würde euch einfach gnadenlos spoilern und das wiederum kann ich euch nicht antun. Man muss diese Story selbst erleben und entdecken, denn nur dann kann man sie auch fühlen.

Daher habe ich auch nicht mehr zu sagen. Mir fiel es wirklich schwer Die Perfekten in Worte zu fassen, denn bisher habe ich es immer kommentarlos empfohlen und somit zählt es für mich klar zu den Lesetipps!


Also lest es! Lest dieses Buch, wenn ihr auf Dystopien steht. Lest dieses Buch, wenn ihr nicht auf Dystopien steht und lest dieses Buch, wenn ihr nicht mal auf Bücher steht! Es ist wirklich fantastisch und wird euch für eine ganze Weile nicht mehr loslassen.

Signatur 2

3 Gedanken zu “Caroline Brinkmann: Die Perfekten

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