Scary Tale- Alice im Wunderland #5

Und schon sind wir am Ende angelangt… Heute erwartet euch der letzte Teil von unserer Geschichte und es wird nochmal dezent gruselig. Viel Spaß wünsche ich euch!


Doch auch der Hutmacher erwies sich nicht gerade als Hilfe. Auch er nahm die Beine in die Hand und verschand im Unterholz. Alice stand der roten Armee plötzlich ganz allein gegenüber und stumme Tränen liefen ihr über das Gesicht, als man sie an den Armen packte und sie zwang ihnen zu folgen.

Der Weg war weit, doch irgendwann erblickte das müde und hungrige Mädchen ein dunkles Schloss, das auf einem Berg hoch über den Wipfeln des Waldes thronte. Genau dort fand sich Alice nach ihrem langen Fußmarsch wieder und sie sah sich selbst schon in einer der Kerkerzellen liegen, doch plötzlich trat eine kleine Frau mit einem riesigen Kopf auf den Schlosshof. Sie beachtete weder ihre Untergebenen noch das leise wimmernde Mädchen, sondern führte eine Prozession weiterer Krieger an, die ebenfalls einen Gefangenen bei sich führten. Das junge Mädchen betrachtete die Szene mit vor Schreck geweiteten Augen.

Vor einem Richtblock blieb die Frau, die wohl die Königin des Schlosses war stehen und ihre mit roten Herzen auf weißen und schwarzen Untergrund bedruckten Röcke flossen wie Wellen um ihre kleine Gestalt. Sie machte ein ernstes, aber feierliches Gesicht, als der Gefangene auf den Richtblock gedrückt wurde und sie anfing zu sprechen:

„Der hier anwesende Gefangene machte sich des Hochverrats schuldig, als er die Pralinen seiner Königin nahm. Wir verurteilen ihn zum Tode durch. AB MIT SEINEM KOPF!“, brüllte sie so unvermittelt, dass Alice vor Schreck fast hingefallen wäre. Sie wollte nicht länger hier bleiben. Sie wollte das nicht mit ansehen müssen, doch der Griff ihrer Wachen war unverändert fest. Als sie beim Versuch sich loszureißen ausrutschte und ihr vor Schreck ein kurzer, hoher Schrei entfuhr, wendete sich die Königin ihr zu und lächelte boshaft. Langsamen Schrittes kam sie auf das Mädchen zu und wedelte mit der Hand nach ihrem Henker, der dem armen Tropf tatsächlich vor aller Augen den Kopf abhakte. Die kleine, breite Gestalt der Königin bewahrte Alice allerdings vor diesem grausigen Anblick. Dann sprach die Königin zu ihr: „Hallo, du hübsches Kind, wo kommst du denn her? Ach, was interessiert mich das? Komm und leiste mir bei Tee und einer Runde Croquet ein wenig Gesellschaft.“, und damit wandte sie sich um und verschwand so schnell in einem kleinen Bogen zwischen den Rosenhecken, dass Alice Mühe hatte Schritt zu halten. Ihre Beine zitterten, so dass sie furchtbare Angst hatte zu fallen.

Plötzlich fiel Alice etwas zwischen den Rosenbüschen auf. Ein Hut, den sie breits gesehen hatte, lag ganz oben auf einer der Hecken und dann erschien auch das Gesicht vom Hutmacher. Er sah besorgt aus und dennoch versuchte er ihr etwas mitzuteilen.

„Ich werde dir helfen. Vertrau mir!“, flüsterte er eindringlich und gerade so laut, dass sie es hören konnte und Alice wusste, dass es ohne ihn kein Entkommen geben würde. Sie müsste ihm irgendwie helfen ihr zu helfen und sich in eine Situa…

Alice konnte den Gedanken nicht zu Ende denken. Vor ihr lag ein wahr gewordener Albtraum. Während die Königin bereits auf ihrem Platz saß und genüßlich an ihrem Tee nippte, konnte Alice den Blick nicht von den Leuten wenden, die bereits damit begonnen hatten Croquet zu spielen. Doch es war ein furchtbarer Anblick! Die Schläger waren um einiges größer und auch die Tore hatte abnormale Ausmaße. Hatte sich Alice im ersten Moment darüber gewundert, wurde ihr auf dem zweiten Blick klar, warum das so war. Statt der glänzenden Kugeln, die man normalerweise durch die Tore manövrierte, lagen dort auf dem Feld Köpfe. Ein Kinderkopf prallte soeben an einem der Tore ab, weil der Schlag nicht präzisiese genug war. Ein Kaninchenkopf mit abgeschnittenen Ohren lag als Ersatz bereit und hinter ihr kamen die Wachen mit dem Kopf durch das Rosentor, der vor ein paar Minuten noch auf einem Hals gesessen hatte. Eine feine Blutspur tropfte aus dem Korb, in dem der Kopf lag, zu Boden.

„Nein, oh Gott, nein!“, flüsterte das arme Ding entsetzt und während es Halt suchte, um nicht auf dem blutigen Boden ohnmächtig zu werden, zog man sie an einem Arm ruckartig in die Hecke. Und dann wurde doch alles schwarz…

Zwei Pfleger rannten auf Alice zu, als sie in ihrem Rollstuhl wieder zu krampfen begann. Ihr Blick war trüb und für alle sah es aus, als starre sie ins Leere, doch vor Alice‘ Augen tanzte die schreckliche Grinsekatze mit den abgeschlagenen Köpfen auf dem Croquet-Feld im Schloss. Wahrscheinlich wäre auch ihr Kopf früher oder später dort gelandet, aber vielleicht hätten ihre langen Haare das Spiel nur behindert… Sie wusste es nicht, doch es war auch völlig egal, denn die Angst, dass die Bewohner von Unterland sie nach all den Jahren noch finden würde, saß tief. Sie war unaussprechlich.

Grinser liebte das Spiel mit dem Mädchen. Ab und an suchte er den Weg aus dem Fuchsbau hinaus und besuchte sie. Sie war darüber nie so erfreut wie er, wenn er nur halb sichtbar um ihre Beine strich oder er unvermittelt seine scharfen Zähne vor ihren Augen aufblitzen ließ. Nein, er würde sie noch ein bisschen weiterquälen. Es machte einfach zu viel Spaß sie schreien zu hören und sie wissen zu lassen, dass sie aus diesem Albtraum nie erwachen würde. Sie war nie allein, nie in Sicherheit.


Und hier findet ihr nochmal Teil 1, Teil 2, Teil 3 und natürlich auch Teil 4!

Wie hat euch die Aktion gefallen? Habt ihr es gern gelesen oder findet ihr sowas eher unnötig? Jenny und ich freuen uns auf eure Meinungen, damit wir in Zukunft noch besser auf euch eingehen können!

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