Ava Reed: Mondprinzessin

Wer kennt es nicht? Die Arme auf dem Fensterbrett verschränkt, der Kopf auf den Händen liegend starrt man hoch in den nächtlichen Himmel. Zart glitzern und funkeln in die Sterne über einem und ein tiefer Seufzer entfährt dem kleinen Mädchen, das da so sehnsüchtig in die Ferne schaut. „Wäre ich doch nur eine Prinzessin…“, sinniert man leidenschaftlich, stellt sich das Krönchen und die tollen Kleider vor und träumt von einem hübschen Prinzen, mit dem Mann über eine Tanzfläche schwebt. Ich wette, dass fast jedes Mädchen diesen Gedanken irgendwann einmal in ihrem Leben hatte. Außer vielleicht Lynn, doch ausgerechnet für sie wird dieser Gedanke zur Realität und so bekommt sie nicht nur einen Titel, sondern gleich noch eine Familie dazu.


Klappentext:

Lynn bemerkt an ihrem Geburtstag, wie sich auf der Haut ihres Unterarms ein Sternenbild abzeichnet. Die einzelnen Punkte leuchten und Lynn versucht verzweifelt, sie zu verstecken. Als nicht nur die Sterne auf ihrem Arm, sondern auch sie selbst zu leuchten beginnt, ist nichts mehr, wie es war. Dunkle Schatten jagen sie – die Wächter des Mondes. Und sie begegnet Juri, der ihr erzählt, sie sei eine Prinzessin – kein Waisenkind. Trotz Lynns Unglauben folgt sie dem Mondkrieger und stellt sich ihren Verfolgern. Juri verliebt sich in Lynn, doch sie ist einem Prinzen bestimmt und nicht ihm…

Details:

*Drachenmond-Verlag * 252 Seiten * eBook * 3,99 € * Erschienen am 30.09.2016 *


Lynn wuchs als Waisenkind in einem Kinderheim auf der Erde auf. Ihr Leben lang fühlte sie sich als Außenseiter, fand in dem Heim, in dem sie lebte, kein Zuhause und zählte die Tage bis zu ihrem Auszug. Noch 365 Tage hätten es sein sollen, als Lynn an ihrem siebzehnten Geburtstag abends auf dem Dach des Heimes allein in ihren Geburtstag reinfeiert, doch plötzlich beginnt ihr Arm zu schmerzen und als sie ihn untersuchen will, kann sie ihren Augen nicht trauen: er leuchtet! Und damit fangen Lynns Probleme gerade erst so richtig an…

Ich bin ja ein Fan des Drachenmond-Verlages. Es gibt so unheimlich tolle Fantasy-Titel, die dort erschienen sind und auch Avas Roman „For Good“ hat mich tief berührt- mondprinzessinund dafür liebe ich sie heiß und innig! Nur mit der Mondprinzessin hatte ich so meine Schwierigkeiten. Während mir der Anfang unheimlich gut gefiel und ich richtig schön in die Story hineinkam und die Figuren so zauberhaft fand, nahm die Qualität mit dem Fortlauf der Handlung für mein Empfinden stetig ab. Je weiter die Geschichte voranschritt, desto schneller, fast hektisch, kommt mir alles vor; es wirkt zunehmen wie das Abarbeiten und Abhaken einer Liste von Ideen und gipfelt für mich dann in einem völlig indiskutablen Ende. Liebe Ava, was hast du dir dabei gedacht? Ich ahne, was du damit vorhattest, doch statt mich in ein Gefühlschaos zu stürzen und mich mitzureißen, macht es das ganze Buch für mich kaputt. Ich lese und lese und lese und dann plötzlich… Ich weiß, dass viele von euch auch dieses Buch von Ava lieben, doch das Ende fand ich so grausig schlecht, dass es mir die ganze Geschichte vermiest hat.

Dabei ist Avas Schreibstil wie gewohnt wundervoll fesselnd und flüssig. Sie beschreibt alles so schön bildlich, ich fühle mich beim Lesen immer, als wäre ich mittendrin. Das ist so ein schönes Gefühl, welches ich in letzter Zeit oft vermisse und ich wünschte wirklich, dass ich das Buch genauso loben könnte, wie viele andere auch, aber Geschmäcker sind nunmal verschieden und man kann es ja nicht jedem recht machen.

Auch Lynn, Juri und all die anderen Figuren sind mir schnell ans Herz gewachsen, denn Ava versteht es einfach detailsreiche, lebendige Protagonisten und Nebencharaktere zu erschaffen, mit denen man einfach mitfiebern muss und bei all den guten Dingen, die ich zu sagen habe, wirft das Ende doch wieder seinen schweren Schatten und macht es irgendwie zunichte.

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Doch das, was mir die Geschichte dann nochmal so richtig versaut hat- entschuldigt bitte meine Wortwahl-, war das Hörbuch. Mein Gott, was hat man sich nur bei dieser Sprecherin gedacht? Emotionslos und gelangweilt, als würde sie aus einem Biologiebuch über die Geschlechtsmerkmale des Regenwurms sinnieren, leiert sie das Buch monoton herunter und ich war so oft so wütend darüber! Wie kann man eine so toll geschriebene Geschichte (das Ende mal ausgenommen…) nur so furchtbar vorlesen? Ein paar weitere Patzer setzten dem Ganzen dann nur noch das Sahnehäubchen auf. Ich weiß nicht, ob es an Spotify lag, aber gab es auch immer wieder lange, lange Pausen, sodass es nicht selten vorkam, dass ich nachgesehen habe, ob ich überhaupt noch eine Verbindung zum Internet hatte und ein paar Mal wurden Sätze wiederholt. Hat sich das eigentlich mal jemand angehört, bearbeitet und korrigiert? Ich weiß ja nicht, wie das sonst mit Hörbüchern läuft, aber es wirkte wirklich alles andere als professionell und war eine einzige Enttäuschung. Als dann auch noch das Ende fehlte und man mitten im letzten Kapitel am Ende des Hörbuchs angelangt war, hatte ich echt die Faxen dicke und das Thema Mondprinzessin war für mich durch. Daher geht das Buch in die Kategorie Mittelding.


Von mir gibt es also für Ava Reeds Mondprinzessin weder eine Lese- noch eine Hörempfehlung. Die Grundidee war sehr schön, die Umsetzung konnte mich allerdings nicht von sich überzeugen.

Signatur 2

4 Gedanken zu “Ava Reed: Mondprinzessin

  1. Hallo 🙂
    Die Geschichte kann so vielversprechend und so süss, doch scheinbar konnte es dich gar nicht überzeugen bzw. das Hörbuch nicht. Musste aber echt über deine Bemerkung „Emotionslos und gelangweilt, als würde sie aus einem Biologiebuch über die Geschlechtsmerkmale des Regenwurms sinnieren,…“ laut los lachen!
    Wünsche dir noch einen schönen Abend.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo 🙂
      Ich muss sagen, dass mir solche Rezis nicht leicht fallen und ich bin echt erleichtert, wenn mir Fans das nicht krumm nehmen und über Kommentare wie deinen freue ich mich dann besonders! 🙂
      Hast du mal in das Hörbuch reingehört? Ich war so… argh!

      Liebst, Rika

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: T. F. Sperling: Tiefenwelt- Zwei Leben | Schwarzbuntgestreift

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