[Blogtour] Schattwald von Barbara Dribbusch & Gewinnspiel

Das Wort Psychiatrie ist vorurteilbehaftet. Hört man es, denkt man oftmals an dunkle Flure, Schreie von Patienten hallen durch die Gänge und etwas Kaltes, Geheimnisvolles kommt einem in den Sinn. Man denkt weniger an die psychiatrischen Einrichtungen von heute, die oft Krankenhäusern ähneln, sondern eher an die düsteren Seiten vergangener Tage. Man hat vielleicht einmal irgendwo von den Foltermethoden gelesen, mit denen man den Irren ihren Wahnsinn austreiben wollte, um sie wieder als gesunde Menschen entlassen zu können oder hat in Filmen gesehen, dass die Psychiatrie oder ein Asylum die Endstation der Irren war: wer einmal drin ist, kommt nicht wieder heraus.

Psychische Erkrankungen werden selbst heute vielerorts noch nicht als das anerkennt, was sie nunmal sind: Krankheiten, die man behandeln kann und auch sollte, dabei nimmt die Zahl der psychischen Erkrankungen immer mehr zu. Burnout beispielsweise ist eine der häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit, aber ich möchte gar nicht zu weit abschweifen. Beschränken wir uns doch auf einen kleinen Abriss zum Thema Psychiatrie zu Zeiten des Nationalsozialismus.

Dass der Nationalsozialismus den geistig behinderten und psychisch kranken Menschen

EuthanasiePropaganda

Plakat zur Aktion T4

vor allem Geringschätzung entgegenbringt, sollte hinlänglich bekannt sein, doch geht diese Haltung noch viel weiter in der Geschichte zurück. Auf einem Gesetzesentwurf aus der Zeitder Weimarer Republik basierend, wurde 1933 beispielsweise das „Gesetz zur Verhütung von erbkranken Nachwuchses“ verabschiedet, welches die Zwangssterilisation legitimierte. Wer Krankheitsbilder wie Schizophrenie, manisch- depressive Erkrankungen oder auch schweren Alkoholismus diagnostiziert bekam, durfte auch gegen seinen Willen zeugungsunfähig gemacht werden. Alles für die Reinheit der Herrenrasse. Doch nicht nur die Zeugung von sogenannten Balastexistenzen wurde verhindert: als Aktion T4 ging die Vergasung von tausenden körperlich, geistig und psychisch kranken Erwachsenen, Jugendlichen und auch Kindern in die Geschichte ein.

Die Psychiatrie hatte eine schweren Stand und der Fortschritt der Forschung stagnierte und stand letztendlich still. Vielleicht kann man die Methoden, die zwischen 1935 und 1945 als Psychotherapie gehandelt wurden sogar als Rückschritt in der Entwicklung der Psychiatrie sehen. Hier sei das Beispiel der sogenannten Kriegszitterer erwähnt. Es handelt sich hierbei um eine posttraumatische Belastungsstörung, ausgelöst durch die Schrecken des Krieges, welches die Soldaten so stark unkontrolliert zittern ließ, dass es für sie unmöglich war an die Front zurückzukehren und eine Waffe zu halten. Sie wären eine Gefahr für alle gewesen, doch viele sahen in den Männern nicht Opfer des Krieges, sondern oftmals Verweigerer oder Feiglinge, die ihren Dienst nicht leisten wollten. Man behandelte sie mit einer Elektrokrampftherapie, welche den Ruf hatte, grausam und unerträglich zu sein. Der Abschreckungscharakter stand hier selbsterklärend weit mehr im Vordergrund als die Heilung der Kranken.

Die Entwicklung der Psychiatrie kam aber zu dieser Zeit auch aus einem anderen Grund nicht voran. Viele Einrichtungen waren zur NS- Zeit von der Schließung bedroht, da die Gebäude oft als Lazarette genutzt werden sollten. Die Leitung von Sanatorien und Psychiatrien musste schon sehr regimetreu sein, um den Fortbestand sichern zu können…


…die Frage ist, war auch Carl Amberg solch ein regimetreuer Einrichtungsleiter oder wie schaffte es der Chefarzt aus dem Roman „Schattwald“ von Barbara Dribbusch seine bei Innsbruck gelegene Klinik Schattwald so lange vor der Schießung zu retten?

„Schattwald“ erzählt die Geschichte der jungen Charlotte, die nach dem Tod ihres Zwillingsbruders zu Rehabilitionszwecken in die Klinik kommt, vom Chefarzt Dr. Amberg, in dessen Alltag Lügen eine große Rolle spielen und von Anne, die über 70 Jahre nach der NS- Zeit in die Welt ihrer Großmutter Charlotte eintaucht und die Geheimnisse um Schattwald lüftet. Eine detaillierte Rezension findet ihr auf Ein Anfang und kein Ende.


Auch ihr möchtet Teil der Welt von Schattwald sein? Dann habt ihr die Möglichkeit hier eine Printausgabe des Buches zu gewinnen!

Um zu gewinnen, schreibt einfach einen Kommentar unter diesen Artikel und ihr landet im Lostopf! Das Gewinnspiel endet am 14.08.2016 um 23:59 Uhr. Der Gewinner wird dann unter allen Teilnehmern ausgelost und per Mail von mir benachrichtigt.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich, andernfalls benötige ich eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten.

Die Adresse des Gewinners wird zu Versandzwecken dem Verlag PIPER mitgeteilt; ein Versand ist innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz möglich. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!


Vergesst nicht die anderen Teilnehmer der Blogtour zu besuchen:

blogtour-schattwald.jpg

  • Am 10.08. erhaltet ihr bei Ein Anfang und kein Ende einen ersten Eindruck samt Rezension und Möglichkeit des Probelesens.
  • Am 11.08. berichtet euch Suse von Literaturschock über die Einrichtung „Schattwald“
  • Am 12.08.  führt Mona auf ihrem Youtube Kanal  Bücherwunder  ein Interview mit der Autorin Barbara Dribbusch durch
  • Heute lest ihr bei mir etwas zum Thema Psychiatrien
  • Den Abschluss der Blogtour bildet Jasmin, die ein fiktives Interview mit der Hauptfigur des Buches auf Buchleben  führt

Viel Spaß mit den Artikeln der anderen Blogger!

Signatur 2

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7 Kommentare zu “[Blogtour] Schattwald von Barbara Dribbusch & Gewinnspiel

  1. Das Buch hat schon vor einiger Zeit mein Interesse geweckt und gerade die zeit des zweiten eltkrieges interessiert mich sehr. Das Thema Psychatrie bzw. alles, was der Herrenrasse nicht zugute kam, war zu dieser zeit ja ein sehr spezielles Thema…puh! Gerne würde ich „Schattenwald“ gewinnen und hüpfe in den Lostopf.
    Liebe Grüße und Danke für den interessanten Bericht!
    Martina
    http://martinasbuchwelten.blogspot.co.at/

    Gefällt mir

  2. Vielen lieben Dank für das Gewinnspiel!

    Da ich vorwiegend Bücher mit der Thematik über den ersten sowie zweiten Weltkrieg lese und die Sprünge zwischen Vergangenheit und Jetzt-Zeit liebe, versuche ich mein Glück.

    Liebe Grüße
    Nina

    Gefällt 1 Person

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