[♥ensfrage] Bloggen gegen die Einsamkeit

Seit über einem Monat ist meine Fernbeziehung vorbei. Ich habe die 500km, die mich und meinen Freund trennten, überwunden und bin zu ihm gezogen. Von Schmölln, Thüringen nach Düsseldorf.

Ich liebe die Stadt. Düsseldorf ist für mich schon zu einem Zuhause geworden, als der Umzug noch weit in der Zukunft lag. Ich zählte die Wochen und Tage, zuletzt sogar die Stunden, denn mit jeder Minute, die ich länger in diesem Ort im Altenburger Land verbrachte, fühlte ich mich unwohler. Ich wollte einfach nur weg.

Seit dem ersten Tag hier in Düsseldorf fühle ich mich frei, angekommen und… ich habe einfach das Gefühl, dort zu sein, wo ich auch hingehöre. Deshalb konnte ich nicht bloggen. Ich wollte nicht bei jedem Schritt überlegen, ob das meine Leser interessieren würde oder ob es das wert wäre gepostet zu werden. Es tut mir momentan so gut das Leben fast ausschließlich offline zu erleben, mitten in der Stadt zu stehen, zwischen all den Menschen und sich so frei zu fühlen, wie noch nie zuvor. Und dabei habe ich den wundervollsten Menschen an meiner Seite. Endlich passt alles zusammen.

Ich wusste nicht, wie ich dieses Gefühl in Worte fassen konnte, um euch begreiflich zu machen, wie sich mein Leben momentan anfühlt. Und irgendwann gab ich es auf mir Gedanken darüber zu machen, ließ den Blog meinen Blog sein und beschloss, dass ich es auch einfach nicht in Worte fassen musste. Deshalb war es hier in letzter Zeit still.

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In Thüringen war ich einsam. Meine Familie und mein Freund waren so weit von mir entfernt und in gut drei Jahren habe ich es kaum geschafft wirklich Freunde zu finden. Natürlich, durch die Schule gab es Bekanntschaften und auch in Schmölln selbst gab es den ein oder anderen Menschen, den ich gern mochte, aber ich hatte nie das Gefühl dort mein Zuhause gefunden zu haben. Mit jedem Sonntag, an dem ich an diesen Ort zurückfahren musste, sehnte ich das Ende meiner Ausbildung mehr und mehr herbei und konnte es kaum erwarten endlich von dort weg zu ziehen. Ich war immer ein sehr geselliger Mensch und mir machte es so sehr zu schaffen jeden Abend in der Woche allein zu verbringen. Ich fühlte mich gefangen, nicht zugehörig und allein. Und ich fand meinen Ausweg im Bloggen.

Es war- und ist es immer noch!- so schön zu sehen, dass es Menschen gibt, die sich für das, was ich schrieb, interessierten. Ich knüpfte Kontakte und war bemüht regemäßig guten Content zu posten, aber letztendlich kaschierte das alles nur das Gefühl nicht an dem Punkt im Leben zu sein, den ich längst erreicht haben wollte.

Ich möchte das Bloggen nicht aufgeben. Mir liegt immer noch viel an Schwarzbuntgestreift, aber es tut gerade viel zu gut das Leben einfach zu genießen und mir nicht ständig Sorgen um Besucher- oder Klickzahlen zu machen. Es ist eben „nur“ ein Hobby und für mich dreht sich nicht mehr alles um das World Wide Web. Ich verpasse online gerade nichts, denn offline passiert so viel, das mich voll und ganz einnimmt und glücklich macht.

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Daher wird es wohl in nächster Zeit auch relativ ruhig bleiben, aber ganz aufgeben werde ich nicht. Und sobald ich mich wirklich eingelebt habe, kommt auch hier wieder mehr Schwung in die Bude.

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7 Kommentare zu “[♥ensfrage] Bloggen gegen die Einsamkeit

  1. Hallo meine Liebe, es freut mich riesig, dass du jetzt da bist wo du hin wolltest und schön zu lesen, dass es dir jetzt gut geht. Ganz ehrlich, der Blog ist – jedenfalls für mich – zwar ein Hobby, aber wenn es nicht passt, dann ist vieles einfach wichtiger. Bei mir ist blogtechnisch seit einiger Zeit auch alles auf Sparflamme, und ich finde es nicht schlimm. Es wird auch wieder besser, wann? egal… Wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Erfolg in Düsseldorf…Liebe Grüße, britti

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  2. Liebe Rika,
    Der Text erinnert mich echt sehr an meine Situation (nur dass ich noch in der Stadt bin, in der ich mich einsam fühle und meine Ausbildung noch ein wenig dauert)…. Freut mich, dass du wieder unter Menschen bist, wo es passt! Nichts ist schlimmer, als ständig allein sein zu müssen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Nicole,
      Bei mir war das auch nur für die Ausbildung und ich musste die drei Jahre echt die Zähne zusammenbeißen, aber ich hab es geschafft und ich drücke dir die Daumen, dass du dann auch irgendwo landest, wo du dich wohl fühlst und wieder tolle Leute um dich herum hast!
      Liebst, Rika

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  3. Schön das du dein Zuhause gefunden hast. 🙂
    Ein Blog der zur Pflicht wird, wäre auch nichts für mich.
    Ich habe ihn als Hobby gestartet und möchte ihn auch so betreiben.
    Genieße dein „Leben“ wie es dir gefällt, es ist deines!!!
    LG JJacky

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  4. Liebe Rika,
    Ich kann dich komplett verstehen. Ich habe in der gleichen Situation gesteckt… Allerdings musste ich den Schritt gehen und meine Ausbildung abbrechen, da ich einfach zu starke Depressionen bekommen habe…. Inzwischen wohne ich seit knapp 2 Monaten wieder zu Hause. Meine Depressionen haben sich stark verbessert und ich habe wieder Freude am Leben…
    Lg
    Mona

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