[♥sfrage] Schade, dass er nicht tot ist

Rücksichtslose Menschen gibt es viele. Viel zu viele! Sie begegnen uns im täglichen Leben und lassen uns den Kopf schütteln. Man fragt sich vielleicht sogar, womit man das verdient hat.

Ich möchte euch heute von einem Vorfall berichten, der mich auch persönlich sehr getroffen hat und der mich am gesunden Menschenverstand zweifeln ließ. Es geht um den Hund meiner Eltern, Benjamin. Benni ist nunmehr fast sechs Jahre alt und man könnte schon sagen, dass er für meine Mami, nachdem mein Bruder und ich ausgezogen sind, sowas wie ein Ersatzkind geworden ist. Er wird zwar nicht unbedingt verhätschelt; ihm werden aber mehr Zugeständnisse gemacht, als unserem vorherigen Hund.

Dennoch sind meine Eltern sehr vorsichtig, wenn es darum geht ihn ohne Leine laufen zu lassen. Sie wissen einfach, dass er im entscheidenden Moment eventuell nicht abrufbar wäre und möchten dafür nicht ihre Hand ins Feuer legen. Im Zweifelsfall bleibt der Hund an der Leine.

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Benni, unser Foxterrier

Nun trug es sich also am 22.12.2015 zu, dass meine Mum samt Hund auf dem Weg nach Hause war, als sie an der Gartenanlage nahe unseres Hauses entlang liefen. Benni ist auf diesem Streckenabschnitt immer angeleint, weil gegenüber der Gärten ein Reitstall ist, in dem einige Hunde leben und meine Mum unseren Hund unter Kontrolle halten möchte. Auch in der Gartenanlage selbst herrscht seit Jahrzehnten Leinenpflicht! Dennoch schossen zwei -wir vermuten- Terriermixe, also relativ kleine Hunde aus der Gartenanlage und griffen Benni an. Kein Halter in Sicht- und Hörweite, Benni an der Leine und meine verzweifelte Mutter, die versuchte die beiden Hunde von unserem loszubekommen. Letztendlich nutzte sie ihr Pfefferspray. Nein, sie sprühte die Hunde nicht direkt an, aber sie waren von dem Geräusch erst einmal so irritiert, dass sie von unserem Hund abließen. Mittlerweile kam auch das Herrschen langsam angetrabt und pfiff die beiden zurück. Benni trug Verletzungen an der Brust und unter der Rute davon und blutete nicht unerheblich. Doch wer denkt, dass sich der Halter für sein Vergehen, seine Unachtsamkeit nur irgendwie entschuldigte, vermutet falsch.

Während die Wunde am Hinterteil unseres kleinen Lieblings schnell verheilte, bereitete uns die an der Brust umso mehr Sorgen. Natürlich ging der erste Weg zum Tierarzt, der das Ganze ausspülte, verband, Antibiotika gab und uns zeigte, wie man das Ganze täglich reinigte. Weihnachten war dementsprechend entspannt wie selten…

Doch auch Fieber, ein sich bildender Abszess und ähnliche Hindernisse bereiteten uns immer wieder Sorge und produzierten eine beachtliche Tierarztrechnung, doch wir nahmen an, dass diese von der Tierhalterhaftpflicht der Gegenseite übernommen werden würde. Überraschenderweise wurde diese aber nur zum Teil übernommen mit der Begründung, dass uns eine Teilschuld zugesprochen wurde. So weit, so absurd.

Gutgläubig wie wir waren, ging mein Vater zum Besitzer des anderen Hundes, um die ausstehende Summe noch einzufordern. Und glaubt mir, mein Vater ist ein äußerst höflicher und freundlicher Mensch! Doch tatsächlich wurde er ausgelacht. Man sagte ihm, er solle mit dem froh sein, was er bekommen hat und dass es schade sei, dass unser Hund nicht tot gebissen wurde. Dann hätte man nämlich gar nichts zahlen müssen!“

Es passiert wirklich selten, dass mein Vater sprachlos ist und man sah ihm die Wut und Enttäuschung an. Dennoch sahen wir -entgegen aller Empfehlungen, denn auch Nachbarn hatten bereits Probleme mit diesen Hunden und dem Halter- von einer Anzeige beim Ordnungsamt ab.

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Schon 2010 verbrachte Benni Heiligabend beim Tierarzt…

Tja, selbst schuld, würde man sagen, denn erst letzte Woche ging meine Omi mit Benni spazieren. Und wieder machten sie Bekanntschaft mit dem äußerst freundlichen Hundepack und dem rücksichtsvollen Halter.

Meine Omi ist mittlerweile über 70 Jahre alt und geht schon immer mit unseren Hunden spazieren, wenn meine Eltern arbeiten sind. Sie lässt die Hunde nie, wirklich nie von der Leine! Und nun soll sich eine 70-jährige zwischen drei Hunde werfen? Der Halter stand übrigens lachend am Gartenzaun, während meine Omi versuchte unseren Hund irgendwie heil nach Hause zu bekommen. Zum Glück blieben beide unverletzt und kamen mit dem Schock davon.

Nun läuft die Anzeige beim Ordnungsamt und mehr als genug Nachbarn haben sich als Zeugen gefunden.


Ich bin einfach so fassungslos über dieses abartige Verhalten dieses Tierbesitzers. Meine Mum mag noch in der Lage sein sich irgendwie zu helfen, aber wer schon einmal in der Situation steckte sich und seinen Hund vor fremden Tieren schützen zu müssen, weiß wie heikel das werden kann. Und es ist kein Wunder, dass immer mehr Tierbesitzer einen schlecht Ruf haben, weil solche intelligenzbefreiten Individuen es nicht schaffen ihre Tiere vernünftig zu erziehen oder sie an den Strick zu nehmen.

Hoffentlich rührt sich etwas, damit nicht nur meine Familie wieder sorgenfrei mit unserem Hund spazieren gehen kann.

Und das ist leider kein Einzelfall! Immer wieder berichten Hunde- und Reiterfreunde von solch rücksichtslosen Tierhaltern. Ich plädiere auf gegenseitige Rücksichtnahme und einen gegenseitigen respektvollen Umgang! Wir alle wollen die Zeit mit unseren geliebten Vierbeinern genießen und wir sollten uns nicht gegenseitig das Leben schwer machen.


Wie hättet ihr in solchen Situationen reagiert oder habt ihr selbst schon Erfahrungen mit solchen Tierbesitzern gemacht? Ich meine, jeder liebt doch sein Tier und da sollte man genug Empathievermögen besitzen oder wenigstens Anstand haben sich bei sowas zu entschuldigen! Oder sehe ich das zu eng und es ist mittlerweile normal sich so zu verhalten?

Ich freue mich auf eure Meinungen!

Signatur 2

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9 Kommentare zu “[♥sfrage] Schade, dass er nicht tot ist

    • Leider nicht der erste und einzige Mensch, der im Bekanntenkreis für sowas bekannt ist. -_-“ Und daher auch einen Post wert! Ich hoffe die Leute reißen sich mal wieder zusammen!

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  1. Unser kleine Terrierhündin wurde fast zerfleischt von einer nicht angeleinten riesen Hündin (Rasse weiß ich leider nicht), die im Nachbarhaus gewohnt hat. Kommentar war: „Unsere konnte eure halt nie leiden und jetzt kam sie halt mal an sie ran“. Leider hat auch eine Anzeige beim Ordnungsamt nix gebracht, die haben zwar jemanden raus geschickt, der ist mit der Dame spazieren gegangen, natürlich angeleint und ohne jeglichen Kontakt zu anderen Hunden, auch nicht probehalber, um eine Reaktion zu testen. Wir sind dann ausgezogen, da ich die Bilder nicht mehr aus meinem Kopf bekommen habe…..
    Ich „bereue“ es manchmal, nicht auch einen großen Hund zu haben, da leider viele Großhundehalter es nicht für notwendig halten, ihre Hunde anzuleinen, wenn ich mit unserer Kleinen angeleinten entgegen komme („der tut nix“, kennen wir ja alle). Unsere musste die erste Zeit angeleint bleiben, da sie bei jedem größeren Hund panisch die Flucht ergriffen hat (verständlicherweise) und nur mit vielen Besuchen in der Hundeschule (kontrollierte Zusammenführung mit anderen Hunden) und vielen netten Bekannten, hat sie diese mittlerweile abgelegt. Mich hat es dann immer geärgert, wenn der liebe Labrador wie ein Dampflok angewalzt kam und sicherlich wirklich „nix tun wollte“, aber ich wieder dazwischen springen musste, dass er unsere nicht umnietet. Rücksichtnahme gab es da selten und auch wenig Verständnis, die machen das ja unter sich aus oder müssen da mal durch….

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    • Es tut mir leid, dass deine Kleine solche Erfahrungen machen musste! Wir hatten vorher eine Schäferhündin, die auch recht ängstlich anderen Hunden gegenüber war, aber schon allein wegen ihrer Größe hatten andere Menschen Respekt und gingen aus dem Weg oder leinten ihre Hunde an. Meine Eltern sagen mittlerweile auch, dass sie sich keinen kleinen Hund mehr anschaffen… Es ist einfach so schade, dass sich Hundehalter selbst so einen schlechten Ruf erarbeiten.
      Viel Glück euch weiterhin ❤

      Liebst, Rika

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  2. Liebe Rika,
    als ich das gerade gelesen habe, schossen mir wirklich die Tränen in die Augen. Wie kann ein Mensch, der selbst Hundebesitzer ist, sowas sagen? Grausam und abartig, solchen Menschen müssen die Hunde weggenommen werden, das ist ja gemeingefährlich.
    Auch wir waren schon mal in einer ähnlichen Situation. Meine Mutter war mit unserem kleinen Dackel spazieren, natürlich angeleint, da er eben den totalen Jagdtrieb hatte. Von weitem kommt ein unangeleinter Bullterrier angerannt und stürzt sich auf unseren Kleinen. Sowohl meine Mutter, als auch unser Hund wurden gebissen. Der andere Hundebesitzer hat seinen Hund gerufen und gerufen und ist dann abgehaun.
    Zum Glück kamen meiner Mutter andere Leute zur Hilfe, die den Hundebesitzer kannten. So konnte er zur Rechenschaft gezogen werden. Er hat dann „freiwillig“ alles bezahlt und gemacht und getan. Da Bullterrier ja als „Kampfhunde“ gelistet sind, haben wir schlussendlich die Anzeige bei der Polizei zurückgezogen, sonst wäre der Hund eingeschläfert worden. Vom Ordnungsamt gab es dann aber „die gelbe Karte“, Maulkorbzwang und wenn noch mal was passiert muss das Tier eingeschläfert werden. Die Wunde von unserem Hund wurde genäht und ist zum Glück gut verheilt, die von meiner Mutter ebenfalls. Der Schock blieb aber bei beiden.

    Ich hoffe wirklich sehr, dass bei Euch das Ordnungsamt tätig wird und den Hundehalter zur Rechenschaft zieht. Ich drücke Euch die Daumen!

    Liebe Grüße
    Julia

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Julia,
      vielen Dank für deine lieben Worte!
      Ich hoffe, dass deine Mum und euer Hund den Schock überwinden konnten! Ich kann es einfach nicht nachvollziehen, dass jemand seinen Hund, der eben nicht abrufbar ist, unangeleint laufen lässt. Es ist zwar nett, dass er sich dann gekümmert hat, aber meiner Meinung nach hätte das gar nicht passieren dürfen.
      Wir hatten beim ersten mal eben auch von der Anzeige abgesehen, weil wir dachten, dass es eine einmalige Sache sei, aber da es nun ein zweites mal passiert ist und auch andere Nachbarn betroffen waren, haben wir uns zum Handeln entschieden.
      Ich bin als Kind auch oft mit unseren Hunden spazieren gegangen und auch wenn meine Eltern dabei waren, hätten sie kaum so schnell reagieren können. Dass sowas hier auch passiert, ist einfach zu riskant.

      Liebst, Rika

      Gefällt 1 Person

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