[♥ensfrage] Die Kinderfrage

Es gibt Dinge im Leben, die sind nunmal so. Die kann man nicht ändern. Mein Bruder beispielsweise mag (vollkommen unverständlicherweise!) keinen Metal (ja, ich rede von der Musik!). Und meine beste Freundin ist kein Fan von Biologie. Meine Eltern wollen nicht nach Asien in den Urlaub und meine Oma mag Katzen lieber als Pferde. Das ist einfach so und wird sich nicht ändern. Mein Bruder wird Metal nicht mögen, nur weil ich ihm eine Konzertkarte schenke und meine beste Freundin kann man Biologiebücher en masse vor die Nase setzen- da fliegen einfach keine Funken der Leidenschaft. Meine Eltern würden nicht nach Asien fliegen, selbst wenn man ihnen den Urlaub schenken würde und meine Oma würde sich lieber um zwanzig Katzen kümmern, als auch nur einmal ein Pferd zu streicheln. Das wird alles einfach so akzeptiert. Da muss sich keiner rechtfertigen. Aber ich muss das. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass ich keine Kinder will.

Es liegt nicht daran, dass ich Kinder nicht mag. Ich verbringe sogar recht gern Zeit mit ihnen- solange diese Zeit begrenzt ist. Und ich sehe schon die vielen nachsichtig lächelnden Frauen vor dem Bildschirm sitzen, die sich denken „Ja ja, so war ich auch mal!“ und wie sie dann auf das Kind neben sich blicken und mich in Gedanken heimlich (oder vielleicht auch ganz offen) auslachen.

Kaum etwas wird in unserer Gesellschaft so belächelt wie eine Frau, die keine Kinder will. Ich verabscheue diesen Blick, den mir Mütter zuwerfen, wenn ich ihnen erkläre, dass ich die Mutterschaft nicht anstrebe und das halb empörte, halb belustigte „Na klar, willst du Kinder!“. Ähm… Nein? Will ich nicht? Wer zum Teufel bist du mir sagen zu wollen, was ich will?

Ich freue mich mit euch, wenn ihr schwanger seid und ich bin begeistert von euren kleinen Windelpupsern mit ihren rosigen Wangen und ich bin selig, wenn ich euch in eurer Mutterrolle aufgehen sehe, aber warum ist es so schwer zu akzeptieren, dass nunmal nicht jeder Mensch dazu geboren ist Nachwuchs zu bekommen? Nanny Anny hat auf ihrem Blog einen tollen Artikel geschrieben, der mich in meinem Gefühl keine Kinder zu wollen irgendwie bestätigt hat. Und mal ehrlich, warum muss ich denn unbedingt ein Kind bekommen? Weil die Gesellschaft das von mir verlangt? Weil ich eine Gebärmutter habe?  Warum kann man eine Entscheidung nicht einfach so im Raum stehen lassen und sie akzeptieren und damit leben? Wäre es nicht viel schlimmer, wenn ich ein Kind bekomme, das ich gar nicht will, nur um eurem Getuschel zu entkommen? Wahrscheinlich wäre ich sogar eine gute Mutter. Und wahrscheinlich würde ich mein Kind auch lieben, aber da wäre immer immer immer diese Stimme, die sich fragen würde, was gewesen wäre, wenn ich das getan hätte, was ich für richtig gehalten habe und nicht darauf gehört hätte, was andere von mir erwartet haben.

Und ich kann dieses „Argument“ nicht mehr hören: „Es gibt so viele Paare, die sich ein Kind wünschen und keins bekommen können!“ Bitte verzeiht mir- ich möchte niemanden vor den Kopf stoßen, aber was soll das? Können diese Paare dann plötzlich eins bekommen, nur weil ich eins habe? Sind diese Paare glücklicher, wenn ich ein Kind bekomme?

Ich glaube euch, wenn ihr sagt, dass eure Kinder euer größtes Glück sind und wenn ihr in euren Elternrollen aufgeht, freue ich mich für euch. Doch bitte akzeptiert es, wenn ich euch sage, dass ich das nicht möchte. Ich möchte nicht darüber belehrt werden, wie wundervoll Kinder sind und möchte auch nicht gesagt bekommen, dass sich das ohnehin noch ändern wird, noch werdet ihr mir erklären können, was ich in meinem Leben will und was nicht. Diese Sache geht euch einfach nichts an. Das haben mein Freund und ich zu entscheiden und wir haben uns dafür entschieden auf vollgeschissene Windeln und Kinderlächeln zu verzichten. Lebt damit.

Eine leicht gereizte und Hunde (und Pferde!) als Alternative zu Kindern vollkommen akzeptierende

Signatur 2

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