[Herzensangelegenheit] Was sich liebt, das fetzt sich

In jeder Beziehung kommt einmal der Tag, an dem es so richtig knallt. Der Auslöser kann ganz klein und banal sein, doch die Wellen, die das Ganze schlägt, würden die Niederlande in Atlantis verwandeln und das allerschlimmste: Wir können nicht pauschalisieren! Auch wenn Frauen vielleicht öfter einen Grund finden Streit anzufangen, kann dieses alles vernichtende Unwetter auch von einem Mann ausgehen. Alles vernichtend? Übertreiben wir mal nicht…

Es gibt einen Grund, warum der Kater Kater heißt und ich die Maus bin. Unsere ganze Vorgeschichte könnt ihr noch eimal hier nachlesen, doch gehen wir heute mal einen Schritt weiter. Pasqual, wie mein Freund eigentlich heißt und ich sind das klassische Beispiel für „Gleich und Gleich gesellt sich gern“, aber auch für „Gegensätze ziehen sich an“, was einige Reibungspunkte mit sich bringt. Während wir uns manchmal wortlos verstehen oder noch viel schlimmer, im selben Moment das selbe sagen, reden wir manchmal dermaßen an einander vorbei, dass man glauben könnte, wir entstammen nicht einmal der selben Spezies. Das macht uns beide fuchsig, aber natürlich nicht zur selben Zeit – das wäre ja langweilig! Da mein Spitzname, Maus, zuerst da war, musste etwas Passendes her und da wir oft wie Katz und Maus sind, war die Wahl seines Spitznamens keine große Denksportaufgabe.

Und zwischen wundervollen Liebesbekundungen und kleinen Zickereien (beiderseits, auch wenn der Kater das vehement abstreiten würde) gibt es eben auch mal einen „Nach mir die Sintflut“- Streit, bei dem man sich am liebsten gegenseitig den Hals umdrehen würde. Und mehr. Aber niemals wirklich und wenn doch dann nur verbal. Und man schreit und brüllt und ist dann plötzlich still, schaukelt sich wieder gegenseitig hoch, um dann Türen knallend und wüste Beschmipfungen und Flüche von sich gebend in das andere Zimmer zu rennen und das auch nur, um zwei Minuten später umso lautstarker und eindrucksvoller weiter zu machen. Und das Ende vom Lied? Man liebt sich trotzdem.

Man redet nicht gern darüber. Vielleicht mit der besten Freundin bzw. dem besten Freund (und das wohl auch nur beim Bier und sowieso ganz, ganz selten), aber dann auch nur halblaut, damit niemand mitbekommt, dass Friedefreudeeierkuchen eben doch nicht das wahre Leben ist. Und das ist okay. Man kann sich auch mal gegenseitig sagen, wie scheiße man sich findet. Das hebelt ein „Du bist der wunderbarste Mensch für mich.“ nicht aus. Und das macht weder dich noch mich noch unsere Partner weniger liebenswert und bedeutet auch nicht, dass wir sie weniger lieben würden.

Früher hatte ich Angst, dass ein Streit einer Trennung gleich kommt. Ich fühlte mich dann ungeliebt, abgewertet, schlecht behandelt. Heute weiß ich, dass bei jedem „Gott, du bist so dumm gerade!“ ein leises „Ich liebe dich trotzdem.“ herauszuhören ist. Nur bin ich auf dem Ohr manchmal taub. 😉

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Eure

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2 Kommentare zu “[Herzensangelegenheit] Was sich liebt, das fetzt sich

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